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Drei Fragen an...

… Kévin Le Blévennec,
Researcher Sustainable Materials Management bei VITO in Mol (Belgien) und Short-Course-Referent des LOPEC Kongress

Immer mehr Alltagsgegenstände werden mit elektronischen Zusatzfunktionen ausgestattet. Welches Potenzial sehen Sie darin?

Einerseits bereitet es mir Sorgen, dass die hinzugefügten Elektronikkomponenten, die jeden Gegenstand in ein „intelligentes“ Gerät verwandeln, die bestehenden Abfallströme verunreinigen. Andererseits streben wir für den Übergang in die Kreislaufwirtschaft an, die Funktionalität der Produkte, Komponenten oder Materialien so lange wie möglich zu erhalten. Wenn zusätzliche elektronische Funktionen wie die Sensorik helfen, dieses Ziel zu erreichen, etwa weil sie relevante Informationen zur Reparatur oder Wiederverwertung eines Bauteils liefern, kann dieser Trend auch als Chance gesehen werden.

Was empfehlen Sie den Akteuren der gedruckten Elektronik in Sachen Nachhaltigkeit?

Mein Rat an die Community lautet, eine systemische Perspektive einzunehmen und so Einsatzbereiche sowie Anwendungen zu identifizieren, in denen gedruckte Elektronik den Übergang in eine nachhaltigere Gesellschaft beschleunigt. Wir können über gedruckte Elektronik zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen nachdenken oder sie für den Ausbau der Mobilität als Dienstleistung nutzen und vieles mehr. Die Umsetzung von Ökodesign-Prinzipien sollte ein Muss werden. Dabei kann die Kombination der beiden komplementären Perspektiven auf Produkt- und Systemebene – „grüne gedruckte Elektronik“ und „gedruckte Elektronik für die Umwelt“ – die Community in die Lage versetzen, die Herausforderung in einen Hebel für noch mehr Marktakzeptanz zu verwandeln.

Was erwarten und erhoffen Sie sich von der LOPEC?

Eine rege Teilnahme an meinem Short Course zum Thema Design für Nachhaltigkeit! Und als Forscher auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft freue ich mich natürlich besonders auf die Session „Circular economy and green electronics” der Technical Conference. Ich hoffe, dass die LOPEC-Teilnehmer erkennen, dass jeder Akteur der Wertschöpfungskette den Wandels in Richtung Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit beschleunigen kann und muss und dass darin eine Quelle der Wertschöpfung liegt. Ich hoffe, dass mein Beitrag zur LOPEC 2022 unsere Aktivitäten am VITO international bekannt macht und zu fruchtbaren Kooperationen mit Unternehmen und anderen Forschungseinrichtungen führt.

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